Artikel - St. Michael Bargteheide
Gemeindefahrt 2016 (Brüssel und die Perlen Flanderns)

Am Montag den 22. August 2016 um 6:30 Uhr starteten 43 Gemeindemitglieder mit unserem Pastor Grodecki nach dem Reisesegen zu unserer ersten Etappe in Belgien: Antwerpen. Dort hatten wir eine einstündige Stadtführung durch zweitgrößte Hafenstadt Europas. Wir haben unter anderem die größte Kathedrale der Beneluxländer mit großartigen Gemälden von Rubens angesehen.

Am 2. Tag haben wir den ältesten Teil der Stadt Brüssel, das Katharinenviertel, benannt nach der Katharinenkirche die vor 100 Jahren auf einem zugeschütteten Hafenbecken erbaut wurde. Die Giebelhäuser, die als Lagerhäuser dienten, haben ganz oben eine Öffnung, durch den aus ästhetischen Gründen der Hebekran immer eingezogen werden musste. Brüssel gehört zu Brabant und es wird zu 80% französisch gesprochen.

Das Stadtbild hat König Leopold der II. von 1861 bis 1909 geprägt. Alle Kirchen sind katholisch und wir haben viele monumentale Bauten gesehen, wie z.B. die Börse und das Rathaus mit den Ständehäusern, die alle Symbole tragen, die den Stand darstellen. Der große Platz ist Schauplatz für einen Blumenteppich der alle 2 Jahre im Frühjahr gestaltet wird. Seit wir in Belgien sind ist es sehr warm.

Der 3. Tag wurde mit einer Stadtrundfahrt durch Brüssel begonnen. Wir besuchten die Kirche Notre-Dame au Sablon, wo es zum Teil noch originale Glasfenster gibt, die von der Farbgebung unglaublich sind. Dann ging es zum Atomium eines der großen Wahrzeichen Brüssels. Wir fuhren am Königspalast vorbei, am ehemaligen Heysel-Fußballstadion und den Messehallen von 1935, als Brüssel Gastgeber der Weltausstellung war. Ja und dann haben wir die Chocolaterie Duval besucht und alles Wissenswerte über Kakao, Pralinen- und Schokoladenherstellung erfahren und haben all die Köstlichkeiten probieren dürfen. Belgische Schokolade ist einfach die Beste. Zum Schluss gab es einen sehr interessanten Vortrag im Europaparlament.

Am 4. Tag fuhren wir nach Brügge, ein echtes Kleinod und Weltkulturerbe. Wir besichtigten den Beginenhof, wo christl. Frauen Werke der Barmherzigkeit taten und zwar außerhalb der Orden, was der Kath. Kirche damals nicht gefiel. Während einer Grachtenfahrt haben wir vom Wasser aus den Belfried (bürgerlichen Glockenturm, den Stolz der Bürger), die Liebfrauenkirche und das St. Johannishospital (das älteste Spital Europas) gesehen. Dann ging es, vorbei am Fischmarkt auf den Marktplatz, wo wir die hl. Blut Basilika besuchten, wo gerade eine Reliquie gezeigt wurde. Das war sehr beeindruckend.

Der 5. Tag führte uns an die französische Grenze nach Tournai, die älteste Stadt Belgiens mit dem ältesten Belfried und ältestem Stadttor. Der Belfried wurde als Archiv, Gefängnis und Aussichtsturm genutzt. Jeder Turm hat ein Glockenspiel und hatte früher immer einen Türmer, der Feuer und Eindringlinge meldete. Die benachbarte Kirche Notre Dame de Tournai hat 7 Türme und ist sehr beeindruckend. Sie wird gerade renoviert. In Tournai gibt es das älteste erhaltene Stadttor. Das Tuchhaus ist sehr prunkvoll. Belgien war früher für seinen Tuchhandel berühmt.

Am 6.Tag machten wir in Namur in Südbelgien, seit 1982 die Hauptstadt von Wallonien, einen Stadtrundgang. Anschließend führte unser Weg entlang der Maas, nach Dinant ins obere Maastal. Auch dort gibt es eine Zitadelle, die mit einer Seilbahn erreicht werden kann. Am Fuß dieser Zitadelle steht die Kirche Notre Dame, die aussieht, wie aus dem Felsen geschlagen. Das Geburtshaus von Adolph Sax, Erfinder des Saxophons war unser nächstes Ziel. danach ging es durch die Ardennen zurück nach Brüssel.

Am 7. Tag fuhren nach Gent: eine echte Perle. Es gibt 2 Stadtburgen und wunderschöne alte Häuser. Wir besuchten den Gottesdienst in flämisch in der St. Barvo Kathedrale mit dem weltberühmten Flügelaltar "Lamm Gottes" der Gebrüder van Eyk. Dann ging es durch Stadt mit interessanten Zunfthäuser und dem Belfried mit der gotischen Tuchhalle. Die verschiedenen Ansichten auf die Stadt, wenn wir über Brücken gingen, oder eine Anhöhe erreichten, haben mich sehr beeindruckt. Leider hatten wir unseren Pastor in der Kirche verloren. Aber nachdem sich 2 Frauen auf die Suche begeben hatten, waren alle wohlbehalten am Nachmittag am vereinbarten Treffpunkt.

Mit vielfältigen, großartigen Eindrücken ging es dann am Montag auf die Heimreise. Unser Reiseleiter, ein Deutscher, der seit 38 Jahren in Belgien lebt, war äußerst kundig und ließ keine Fragen offen.


Christina Müggenburg